RESILIENCE startet eine neue Förderphase mit zusätzlicher EU-Finanzierung

Die europäische Forschungsinfrastruktur RESILIENCE, die sich der Religionsforschung widmet und an der das InfAI seit 2019 beteiligt ist, tritt in eine neue Entwicklungsphase ein. Im Rahmen eines weiteren HORIZON-Europe-Projekts wurde RESILIENCE eine zusätzliche Förderung bewilligt, die zwei weitere Jahre von Juni 2026 bis Mai 2028 umfasst. Das Projekt trägt den Titel “RESILIENCE Transition-to-Implementation Project (RESILIENCE TIP)” und dient dazu, die bestehende Infrastruktur weiter auszubauen und gezielt auf die Implementierungsphase vorzubereiten.

Die neue Förderperiode baut auf den bisherigen EU-geförderten Projekten auf, insbesondere auf ReIReS sowie der RESILIENCE Designphase. Seit 2022 arbeiten die beteiligten Partnerinnen und Partner an der aktuellen Vorbereitungsphase der Infrastruktur. Veränderungen im politischen wie auch im wissenschaftlichen Umfeld haben in den vergangenen Jahren sowohl neue Chancen als auch Herausforderungen mit sich gebracht. Diese Entwicklungen machen eine fortlaufende Abstimmung der Beiträge der Konsortiumspartner, sorgfältige Vorbereitung und enge Koordination notwendig, um die nachhaltige Umsetzung der Forschungsinfrastruktur sicherzustellen.
In den kommenden zwei Jahren verfolgt RESILIENCE zentrale Ziele, darunter die langfristige finanzielle Absicherung und die formale Etablierung als zukünftiges ERIC (“European Research Infrastructure Consortium”, eine europäische Rechtsform für gemeinsam betriebene Forschungsinfrastrukturen), und die Erweiterung und Konsolidierung des Konsortiums, die Finalisierung der technischen Architektur sowie die Stärkung und Vervollständigung des Servicekatalogs. Darüber hinaus werden Zugangs-, Nutzer- und Verwertungsstrategien weiterentwickelt, um eine breite Nutzung durch die wissenschaftliche Community und relevante Partner zu ermöglichen. RESILIENCE verfolgt damit das Ziel, eine belastbare, innovative und nachhaltige europäische Forschungsinfrastruktur zu schaffen, die die Forschung in Theologie und Religionswissenschaften langfristig unterstützt.
Das InfAI ist in das RESILIENCE TIP-Projekt in mehreren zentralen Arbeitsbereichen eingebunden und übernimmt dabei leitende Aufgaben. Insbesondere verantwortet das InfAI die Arbeitspakete 13 und 14, die sich mit der Verwertung der Projektergebnisse befassen (WP 13 und 14 “Exploitation 1 und 2”). In diesem Rahmen analysiert das InfAI gemeinsam mit Partnern die bestehenden RESILIENCE-Services im Hinblick auf ihre Übertragbarkeit und ihr Innovationspotenzial. Ziel ist es, verwertbare Ergebnisse und Dienste zu identifizieren, diese für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten und geeignete Transferziele zu bestimmen, etwa andere Forschungsinfrastrukturen oder Organisationen. Aufbauend auf dieser Analyse entwickelt das InfAI eine Verwertungsstrategie, die Wege für die Nutzung der Projektergebnisse aufzeigt und eine erste Roadmap für Wissenstransfer und Stakeholder-Einbindung definiert.
Darüber hinaus ist das InfAI im Arbeitspaket 6 zur Operationalisierung des Nutzer-Servicekatalogs beteiligt (WP6: “Operationalising of the User Service Catalogue”). Der Schwerpunkt liegt hier auf der Aufwertung ausgewählter Community-Services, um deren Reifegrad, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit zu erhöhen. Dazu gehören unter anderem Verbesserungen bezüglich der Mehrsprachigkeit, der Dokumentation sowie der Nutzerunterstützung. In enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Serviceanbietern werden konkrete Arbeitsabläufe für die kontinuierliche Integration neuer Dienste entwickelt und erprobt. Die gewonnenen Erfahrungen fließen in ein praxisorientiertes Handbuch ein, das künftig als Leitfaden für die Integration und Weiterentwicklung von Services innerhalb von RESILIENCE dient.
Neben diesen Schwerpunkten bringt sich das InfAI auch in weitere Aktivitäten des Projekts ein, unter anderem in den Bereichen Nachhaltigkeit und Risikomanagement, Service-Onboarding und Schulung, Community-Sichtbarkeit, Wirkungsanalyse („Impact Assessment“) sowie der Vorbereitung und Dokumentation physischer Zugangsangebote. Damit leistet das InfAI einen wichtigen Beitrag zur Gesamtentwicklung von RESILIENCE auf dem Weg von der Aufbauphase zum operativen Betrieb.

Über RESILIENCE

RESILIENCE ist eine europäische, interdisziplinäre Forschungsinfrastruktur, die der wissenschaftlichen Erforschung von Religion in allen akademischen Disziplinen dient. Sie vernetzt Forschungszentren, Datenhalter und Serviceangebote in ganz Europa und entwickelt neue Instrumente und Dienstleistungen für die wissenschaftliche Community.
RESILIENCE wurde 2021 in die ESFRI Roadmap aufgenommen und erhält seitdem Fördermittel der Europäischen Kommission für die Vorbereitungsphase (2022–2026) und die Transitionsphase („Transition-to-Implementation“, 2026–2028).

RESILIENCE Konsortium-Partner

  • Albanian University UFO (Tirana, AL)
  • Bar-Ilan University (Ramat Gan, IL)
  • CINECA (Casalecchio di Reno, IT)
  • École Pratique des Hautes Études (Paris, FR)
  • Fondazione per le Scienze Religiose (Bologna, IT)
  • Institut für Angewandte Informatik (Leipzig, DE)
  • KU Leuven (BE)
  • Sofia University “St. Kliment Ohridski” (Sofia, BG)
  • Theological University of Apeldoorn (NL)
  • University of Münster (DE)
  • University of Sarajevo (BIH)
  • University of Warsaw (PL)
  • Volos Academy for Theological Studies (GR)

Kontakt

Alexandra Nusser, Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. Leipzig: nusser@infai.org